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Christian Hiersemenzel zum Frauen-Problem der CDU

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Frauen-Problem der CDU

Sorry, liebe Nord-CDU: Ohne eine verpflichtende Quote, wie sie die SPD längst hat, wird sich der Frauenmangel nicht beheben lassen. Die Volkspartei fällt gerade in die 60er-Jahre zurück und wollte doch eigentlich jünger, moderner und weiblicher werden – wählbar für ein junges, intellektuelleres Publikum in Städten und im Hamburger Umland.

Das Personaldebakel, das die Landtagsfraktion gerade mit ihrer Abgeordneten Heike Franzen erlebt, legt jedoch gerade mal die Spitze des Eisbergs frei. Natürlich kann, ja muss man im Einzelfall um den besten Kandidaten ringen. Ähnlich wie in Unternehmen will aber auch in der Politik Nachwuchs besonders gefördert sein. Und da Männer und Frauen von Natur aus unterschiedlich sind, müssen Frauen anders angesprochen werden.

Das hat die Parteispitze viele Jahre versäumt. Dass die Union kompetente, charismatische Frauen hat, kann jeder feststellen, der sich einmal intensiv in der Kommunalpolitik getummelt hat. Allein: Von diesen Vertreterinnen traut sich kaum eine in höhere Gefilde. Anders als Männer, die mitunter aus sportlichem Ehrgeiz kandidieren, um ihren Marktwert zu testen, zweifeln Frauen schnell an ihrer Kompetenz. Altkanzler Helmut Kohl war dafür bekannt, dass er selbst zum Telefon griff, um Kreisvorsitzende einzunorden. Ein solches Führungsverhalten wird auch im Landesvorstand nötig sein. Es geht um die Gunst der Wähler - und Wählerinnen.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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