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Christian Hiersemenzel zum Krippengeld

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Krippengeld

Mal angenommen, die Opposition hätte sich am Donnerstag tatsächlich im Kieler Landtag durchgesetzt, und mal angenommen, die 23 Millionen Euro, mit denen Schleswig-Holstein im nächsten Jahr die Krippen-Eltern entlastet, würden tatsächlich eins zu eins an die Kommunen zur Finanzierung der Kita-Betriebskosten durchgereicht: Würden Städte und Gemeinden in diesem Fall wirklich davon absehen, die Elternbeiträge weiter zu erhöhen?

 Oder sie gar nennenswert absenken? Unsere Lebenserfahrung gibt darauf die Antwort: Sie würden es nicht. Jedenfalls würden junge Familien vom Geld nicht in dem Maß profitieren wie vom 100-Euro-Krippengeld. Am Ende der Legislaturperiode hat Rot-Grün-Blau endlich ein Wahlversprechen umgesetzt. Gut so.

Auf Dauer aber führt an der kompletten Beitragsfreiheit kein Weg vorbei. Begreift man den Kindergarten als Bildungsstätte – und das tun aktuell im Landtag zum Glück alle Fraktionen –, muss die Landespolitik Eltern von jeglicher finanzieller Hürde befreien. Zugang zu Bildung darf eben nicht davon abhängen, ob ihn sich eine Familie leisten kann. Warum sollte das anders sein als Schule, Ausbildung oder Uni? Das Ganze schränkt doch die Freiheit nicht ein, dass Eltern (und Großeltern) es selbst in der Hand behalten müssen, wie viel Zeit sie ihren Kindern widmen wollen. Bloß, dass sie es dann ohne finanziellen Druck tun können. Das ist sinnvolle Familienpolitik im dritten Jahrtausend.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Landespolitik
Foto: Am Donnerstag will der Landtag über die umstrittenen Krippengeld-Pläne von SPD, Grünen und SSW entscheiden.

Die Regierungskoalition spricht vom Einstieg in die kostenlose Bildung von der Krippe bis zur Uni: Der Landtag hat am Donnerstag mit der Ein-Stimmen-Mehrheit von SPD, Grünen und SSW das 100-Euro-Krippengeld beschlossen.

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