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Christian Hiersemenzel zum Streit um den A20-Ausbau

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Streit um den A20-Ausbau

Schöne Bescherung! Zwischen Umwelt- und Wirtschaftsminister herrscht dicke Luft. Kurz nach den glücklich überstandenen Haushaltsverhandlungen, in einer Zeit, die nach Besinnlichkeit und Weihnachtsfrieden ruft, hat der Grüne Habeck öffentlichkeitswirksam die Rute ausgepackt, um sie öffentlichkeitswirksam gegen seinen SPD-Kollegen Meyer zu schwingen.

Bereits im August habe die Naturschutzverwaltung den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr schriftlich über den Seeadlerhorst informiert, legte er in einem detaillierten Zeitplan dar, und schon vorab habe es telefonisch eine informelle Info gegeben. Sein Kabinettskollege könne also mitnichten so tun, als wäre er überrascht worden und als hätte die Zeit zur Nachbesserung nicht ausgereicht.

Man darf davon ausgehen, dass dieser Hieb saß. Während der Landtagssitzung hatten die beiden Männer kurz miteinander über den Seeadler gesprochen. Vollkommen ausgeräumt wurde der Zwist aber offenkundig nicht. Habeck streitet nicht nur für Naturschutz, sondern auch für seine Positionen in Kabinett und Partei. Er kann es sich nicht leisten, dass Umweltthemen als wirtschaftsfeindlich oder - fast schlimmer - lächerliche Spinnereien abgetan werden. Seine Pressekonferenz in der Weihnachtswoche war insofern eine Retourkutsche und offenbart wieder einmal, dass sich die Grünen von den Sozialdemokraten nicht gern als Juniorpartner behandeln lassen. Warum auch?!

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Habeck contra Meyer
Foto: Der Horst liegt nahe der Trasse.

In der Landesregierung ist offener Streit über die Gründe für jahrelange Planungsverzögerungen für den Ausbau der A 20 entbrannt. Umweltminister Robert Habeck wies am Montag die Darstellung von Verkehrsminister Reinhard Meyer zurück, ein Seeadler-Horst im Kreis Steinburg verzögere die Planungen für die A20 um mindestens zwei Jahre.

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