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Christian Hiersemenzel zum Windkraftausbau

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Windkraftausbau

Was nützt es, einen Landstrich als charakteristisch einzustufen, wenn dort am Ende doch ein Windrad nach dem nächsten die Natur zum Öko-Industriegebiet macht?

Staatskanzlei und Umweltministerium können und wollen den Kreisen nicht garantieren, dass Schleswig-Holsteins schöne Marsch- und Geestlandschaften, seine Auen und Deiche, Knicks und Wälder von einer Verspargelung verschont bleiben. Abwägungskriterien sind keine Tabukriterien, sondern windelweich. Das erklärt, warum gleich drei Kreise noch schnell weite Gebiete unter Landschaftsschutz gestellt haben. Es war ihre letzte Chance.

Natürlich ist der Ausdruck „Notwehr“, den Dithmarschens Landrat Jörn Klimant verwendete, gnadenlos übertrieben. Zum einen will die Landesregierung die Kreise ausdrücklich zur Ausweisung besonders schützenswerter Gebiete ermuntert haben. Zum anderen ist nicht jeder Bürger ein Windkraftgegner, mancher verdient über Beteiligungsanlagen sogar eine Menge Geld. Und die Hälfte der Schleswig-Holsteiner begrüßt es, dass mit dieser erneuerbaren Energie Atomkraft ersetzt und fossile Brennstoffe zurückgedrängt werden. Wie soll es anders gehen, wenn nicht durch alternative Stromerzeugung? Jetzt allerdings ist Augenmaß gefragt. Gelänge der Regierung ein Kniff, wie die Gemeinden am Ende doch noch mit ins Boot geholt werden könnten, um Abstandsgrenzen zu regulieren, wäre eine Menge gewonnen. Dann bräuchte es Maßnahmen wie in Dithmarschen, Nordfriesland und Plön nicht.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Winkraft
Foto: Zwei Prozent der Landesfläche soll für den Ausbau der Windkraft zur Verfügung gestellt werden.

Kurz vor Torschluss haben drei Kreise in Schleswig-Holstein Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen, in denen Windkraftanlagen verboten sein sollen. Nordfriesland, Plön und Dithmarschen folgten damit einer Empfehlung der Staatskanzlei, der die Landesplanung untersteht.

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