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Christian Hiersemenzel zur Flüchtlingskriminalität

Kommentar Christian Hiersemenzel zur Flüchtlingskriminalität

Im Schatten des Flüchtlingsstroms bauen organisierte Einbrecherbanden ihre Strukturen aus und missbrauchen die aktuelle Lage für ihre kriminellen Zwecke. Das ist eine bittere Wahrheit im Oktober 2015. Es gibt mindestens ein Netzwerk, dessen Mitglieder vorwiegend frisch registrierte Asylbewerber sind. Und mancher wird gar erst zum Asylbewerber, nachdem er bei der Polizei als Straftäter aufgefallen ist.

Nein, es geht nicht darum, Flüchtlingen und Asylbewerbern pauschal erhöhtes kriminelles Potenzial zu unterstellen. Das wäre falsch, dumm und würde vollkommen die Not verkennen, die Menschen zu Tausenden aus ihrem Land treibt. Schlimm genug, dass rechte Bauernfänger mit dieser Angstmache Erfolge feiern.

Damit sich eine Gesellschaft der überwiegend Gutwilligen, der vielen Tausend Hilfswilligen aber ein differenziertes Bild machen kann, sind auch Grautöne entscheidend. Die Landespolizei hat verstanden und geht mit diesem Thema jetzt offener um. Bringt ja auch nichts, Fakten aus falscher Rücksichtnahme und Sorge vor Radikalisierung der Bevölkerung zurückzuhalten. Ganz im Gegenteil: Wenn es gelingt, die Vorfälle so nüchtern wie möglich zu analysieren, dient das unserer Demokratie.

Diese Flüchtlingskrise ist in ihrer Dimension völlig neu. Dafür arbeitet unsere Polizei bemerkenswert geräuschlos.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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