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Christian Hiersemenzel zur Windkraft

Kommentar Christian Hiersemenzel zur Windkraft

Das fänden wir doch alle richtig toll: Strom wird vollständig aus Erneuerbaren Energien erzeugt und kommt in unendlicher Menge aus der Steckdose. Um unsere Häuser zu heizen, ist kein Ausstoß von Kohlendioxid mehr nötig.

 Unsere Autos fahren nachhaltig mit Ökostrom, und das alles kostet uns keinen Cent mehr als herkömmlicher Strom, Wärme aus Kohlekraftwerken und Diesel. Das ist aber leider nur ein Traum.

Für Robert Habeck war am Mittwoch kein guter Tag. Erst musste er sich im Landtag von der Opposition massive Kritik an seinen ehrgeizigen Plänen zum Ausbau Erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung gefallen lassen – und dass er in den vergangenen Monaten auf maximale Transparenz gesetzt hat. Das strapazierte sichtlich seine Geduld. Am Abend dann stand ihm ein ernüchterndes Fazit in Sachen AKW-Abbau bevor: So sehr seine Behörde auch beteuert, dass es sich bei den Abfällen aus Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel keineswegs um verstrahlten Industriemüll handelt – bei den Deponie-Gemeinden beißt der Minister auf Granit.

Beide Fälle gehören zu derselben Medaille: Auf der einen Seite wird deutlich, wie schwer es selbst für langjährige Atomkraftgegner ist, die verhassten Meiler einzustampfen. Auf der anderen Seite ist es unendlich mühsam, eine Gesellschaft auf die neuen Erfordernisse einzustellen und ihr zu verdeutlichen, dass mit den Segnungen der Erneuerbaren auch Nachteile verbunden sind. Klar, dass Habeck auf seinem Marathonlauf an dieser Stelle urlaubsreif ist.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Gesetz zur Energiewende
Foto: Der Anteil von Wärme aus Erneuerbaren Energien wie der Windkraft soll bis 2025 mindestens 22 Prozent erreichen.

Die Landesregierung will jetzt mit einem Gesetz zur Energiewende und zum Klimaschutz wichtige Grundsätze festschreiben – zum Beispiel, dass die Ökostromerzeugung bis 2025 auf mindestens 37 Terrawattstunden ausgebaut werden soll. Aktuell liegt der Norden bei 17 bis 18.

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