4 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Christian Longardt: Pro G9

Kommentar Christian Longardt: Pro G9

Ein Handicap des neuen CDU-Spitzenkandidaten war es bisher, dass ihn die meisten Schleswig-Holsteiner gar nicht kannten. Mit dem überraschenden Vorstoß zur Wiedereinführung des G9-Abiturs dürfte sich dies auf einen Schlag geändert haben. Daniel Günther startet eine mutige Initiative, weil sie auf erwartbar großen Widerstand trifft. Die CDU spricht damit aber vielen Eltern und Schülern aus der Seele.

Deutschland habe die ältesten Schüler, die ältesten Studenten, die jüngsten Rentner – das waren zentrale Argumente, als republikweit das Turbo-Abitur eingeführt wurde. Wer Kinder auf G8-Gymnasien hat, der kennt die Folgen: Stress und Druck haben zugenommen, der häufige Unterrichtsausfall führt schnell zu Wissenslücken, manche anspruchsvollen Inhalte kommen schlicht ein Jahr zu früh, Hobbys dafür zu kurz. Wer mit 18 das Abi hat, ist oft noch nicht reif für Uni und Berufswahl, viele bereisen das Ausland oder machen ein Freiwilliges Soziales Jahr, um sich in Ruhe zu orientieren – den Wehr- und Zivildienst gibt es ja nicht mehr.

Ja, die CDU hat das Turbo-Abi einst selbst initiiert. Aber ist es nicht konsequent, wenn man einen als falsch erkannten Kurs korrigiert? Die Rückkehr zum längeren Lernen würde die Schulen enorm viel Kraft kosten, warnen G9-Befürworter, und sie haben wohl recht. Wenn aber dies das stärkste Argument dafür ist, den Status quo beizubehalten, dann spricht das Bände. Fast drei Viertel der Deutschen waren laut Forsa-Studie im Frühjahr für G9, eine Umfrage des NRW-Elternbeirats brachte ein ähnliches Ergebnis. Am 7. Mai kann bei uns abgestimmt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nach Wahlsieg
Foto: Daniel Günther will zu G9 zurück.

Die CDU will im Fall eines Wahlsiegs das Turbo-Abi G8 an den Gymnasien in Schleswig-Holstein abschaffen. Das kündigte Landes- und Fraktionschef Daniel Günther überraschend an.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3