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Christian Longardt zur Kriminalitätsstatistik 2015

Kommentar Christian Longardt zur Kriminalitätsstatistik 2015

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast – dieser Satz wird gern zitiert, um den Wert empirischer Befunde zu relativieren. Nun lässt sich mit statistischen Daten tatsächlich allerlei Schindluder treiben. Richtig ist aber auch: Statistik ist wichtig, um Spekulationen Fakten entgegenzusetzen.

Wie im Fall der Kriminalitätsstatistik 2015, der ersten nach Beginn des historischen Flüchtlingszustroms. Das Zahlenwerk wurde aus unterschiedlichen Gründen herbeigesehnt: Die einen erhofften den ultimativen Beweis für die These, dass Flüchtlinge nicht häufiger straffällig werden als Nicht-Flüchtlinge; andere glaubten, nun werde endlich belegt, dass Asylbewerber massenhaft stehlen und Frauen bedrängen. Beide Erwartungen werden enttäuscht.

99 Prozent der Flüchtlinge seien nicht kriminell, hat Torsten Albig öffentlich behauptet. Rechnet man mit den Zahlen der Statistik, so wurden zwischen drei und sieben Prozent der Zuwanderer 2015 als Verdächtige aktenkundig – je nachdem, ob man auch Transitflüchtlinge mitzählt oder nicht. Bei den übrigen Schleswig-Holsteinern liegt der Anteil der Tatverdächtigen bei etwa zwei Prozent. Die Statistik zeigt aber auch, dass die große Mehrheit der Zuwanderer friedlich ist. So ist die absolute Zahl der Sexualstraftäter und Einbrecher unter den Asylbewerbern viel geringer als die von vielen Menschen gefühlte Bedrohung. Fazit: Es gibt keinen Anlass für Hysterie. Wer alle Flüchtlinge heilig spricht, liegt aber ebenso falsch

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Kriminalstatistik 2015
Foto: Hält Schleswig-Holstein weiter für ein sicheres Land: Innenminister Stefan Studt (SPD).

Die Zahl der Straftaten in Schleswig-Holstein ist 2015 gegenüber dem Vorjahr auf nahezu gleichem Niveau geblieben. Im Vergleich zu 2014 gab es in der Polizeilichen Kriminalstatistik, die Innenminister Stefan Studt (SPD) am Montag in Kiel vorstellte, einen Anstieg der registrierten Kriminalität um 0,1 Prozent auf insgesamt 202.598 Straftaten.

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