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Dieter Wonka zum G7-Gipfel in Elmau

Kommentar Dieter Wonka zum G7-Gipfel in Elmau

Es geht um Richtung, Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Das versicherte die G7-Gastgeberin vor Beginn des Gipfels in Elmau. Daran gemessen war der teure Termin kein Misserfolg. Insgesamt aber kommt es weniger auf griffige Abschlussdokumente an als auf nachprüfbare Taten.

In Elmau ist es gelungen, der Gemeinschaft ein neuerliches Klimaschutz-Bekenntnis abzutrotzen. Logisch wäre es, wenn die Kanzlerin nun im nationalen Maßstab die Kohlestrafsteuer vorantreiben und Seehofer den Stromtrassen-Boykott austreiben würde. Dazu braucht man keine idyllische Gipfelkulisse, sondern einfach nur ein bisschen Geradlinigkeit und Mut. Nichts und niemand hindert die erfahrenste Staatenlenkerin daran, Reden und Handeln in Übereinstimmung zu bringen.

An einem zweiten Punkt könnte die Kanzlerin die Gipfelgesellschaft in Staunen und Bewunderung versetzen. Es machte sich gut, auch sieben gewichtige Staatenlenker aus Afrika und dem Mittleren Osten auf die Holzbank von Elmau zu bitten. Aber aus dem papierenen Bekenntnis zu einer Welt ohne Hunger muss endlich mehr werden. Die G7-Staatenlenker repräsentieren mit ihren Ländern ungefähr ebenso viele Menschen, die in geregelten Verhältnissen leben, wie es Arme auf der Erde gibt. Eine Erfolgsbotschaft von Elmau wäre also ganz einfach zu überprüfen: Wenn sich der satte Teil der Menschheit zur praktischen Patenschaft mit den hungernden Erdenbürgern bekennt, dann tut Politik das, was sie verspricht.

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