9 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Dirk Schmaler zu AT&T

Kommentar Dirk Schmaler zu AT&T

Es wird niemanden mehr überrascht haben, dass auch Amerikas Kommunikationsriese AT&T dem US-Geheimdienst beim weltweiten Spitzeln behilflich war. Es ist schon länger bekannt, dass fast alle namhaften US-Telefongesellschaften und Internetunternehmen aus dem Silicon Valley als Teil des Überwachungssystems der NSA dienen. Und doch sind die neu ausgewerteten Dokumente entlarvend.

Sie zeigen sehr deutlich, dass es nicht immer die Regierung und ihre Geheimgerichte waren, die US-Firmen zur Zusammenarbeit zwangen. Vielmehr verstand sich AT&T offenbar als „Partner“ der Geheimdienste, der die NSA viele Jahre lang „hochgradig zuverlässig“ und „äußerst willfährig“ mit Milliarden von Telefondaten und E-Mails der Kunden versorgte, darunter etwa die vom UN-Hauptquartier. Man muss befürchten, dass diese und ähnliche Kooperationen andauern. Ein Ende der Lauschprogramme jedenfalls bestätigt niemand.

Für US-Unternehmen, die den Kommunikationsmarkt weltweit dominieren, können derartige Enthüllungen verheerende Folgen haben. Wenn das einstige Land der Freiheit seine Unternehmen derart flächendeckend als Spionagewaffen instrumentalisiert und die Konzerne diese Rolle auch noch bereitwillig annehmen, dürfen sie sich nicht über schwindendes Vertrauen wundern. Welches Großunternehmen und welche Behörde kann es sich noch leisten, sich bei Kommunikationsdienstleistungen auf US-Firmen zu verlassen?

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus KN-Kommentare 2/3