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Florian Hanauer zu den Jedermann-Konten

Kommentar Florian Hanauer zu den Jedermann-Konten

Mit den Banken ist es manchmal wie mit den Stromversorgern: Wer nicht selbst Anbieter vergleicht, der landet quasi im Grundversorgertarif. Da muss er kräftig für jede Kilowattstunde berappen.

 Die Versorger führen an, dass sie hohen Aufwand mit diesen Kunden haben, die sie noch mit Strom versorgen müssen, wenn andere Anbieter sie längst ausgeschlossen haben. Ähnlich läuft es mit den „Jedermann-Konten“, die 2016 verpflichtend eingeführt werden mussten. Damit hadern die Institute, und einige machen sie recht teuer: Die Spanne reicht von null bis neun Euro Monatsgebühren.

Nun haben die Niedrigzinsen das Geschäftsmodell der privaten Banken, der Volks- und Raiffeisen-Institute und der Sparkassen sehr schwierig gemacht. Und Kunden, die ein „Jedermann-Konto“ besitzen, lassen sich kaum Finanzdienstleistungen verkaufen, mit denen die Banken weitere Einnahmen erzielen könnten. Trotzdem müssen sich Institute, die spitz gerechnet haben, nun den Vorwurf der Diskriminierung gefallen lassen, weil sie Konten für Obdachlose und Flüchtlinge besonders teuer machen. In der Begründung winden sich die Institute, eines führt etwa an, die Prüfung dieser Kunden sei aufwendig und diese seien schlecht erreichbar. Das wird nun das Gericht oder die Bankenaufsicht klären. Die Klage der Verbraucherzentralen hat aber Licht auf einen Missstand geworfen und damit ist schon etwas erreicht. Denn auch beim „Jedermann-Konto“ haben Verbraucher die Wahl: Bitte vergleichen Sie!

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