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Frank Behling zum Ärger mit den U-Booten

Kommentar Frank Behling zum Ärger mit den U-Booten

„U34“ wird der internationalen Streitmacht am Horn von Afrika nicht fehlen. Aber dem deutschen U-Boot-Bau ist eine Chance entgangen, sein Können zu zeigen. Schuld daran sind weder unfähige Ingenieure noch die Industrie.

In den vergangenen 25 Jahren hat die Bundesregierung viel Geld in die deutschen U-Boote investiert. Die sechs Boote der neuen Klasse 212A sollten ausdrücklich auf die Anforderungen des 21. Jahrhunderts zugeschnitten und für den Einsatz zwischen Arktis und Äquator geeignet sein. Inzwischen sind sie aber mehr in der Werft als auf See. Der Blick zum Schiffbauer TKMS in Kiel belegt das: Drei von fünf U-Booten liegen in der Werft, das sechste U-Boot macht seit mehr als einem Jahr Test- und Probefahrten.

Der Einsatz in den tropischen Gewässern Ostafrikas unter Gefechtsbedingungen wäre mit „U34“, das noch über kein neues Kühlsystem verfügt, letztlich so teuer geworden, dass die Marine die Notbremse zog. Die Kosten hätten in keinem Verhältnis zum operativen Nutzen gestanden, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Deutsche U-Boote fahren mit modernen Waffen- und Antriebssystemen für Nationen in Asien oder Afrika. Diese U-Boote funktionieren auch unter extremen Klima-Bedingungen. Dass das für die eigene Marine nicht klappt, liegt im System der Beschaffung, das allein das Verteidigungsministerium ändern kann. Dort werden die Vorgaben gemacht und die Verträge verhandelt.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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