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Frank Behling zum Ausbau des Kanals

Kommentar Frank Behling zum Ausbau des Kanals

Wer in Deutschland etwas bauen will, der braucht einen langen Atem. Der Bauantrag für einen Pferdestall mit den Abmessungen eines größeren Carports ist von einem Normalbürger ohne Jurastudium fast nicht mehr zu meistern. Von den Kosten einmal ganz abgesehen.

Kiel. Pferde gehören zwar in die Natur, sind aber nicht mit dem zeitgemäßen Naturschutz im Sinne der Bürokratie vereinbar, wie ein aktueller Fall in Kiel gerade offenbart. Angesichts der oft nicht mehr nachvollziehbaren Vorgaben des Baurechts erscheint es wie ein Wunder, dass ein Mammutprojekt wie der Kanalausbau in nur zehn Jahren geplant wurde und jetzt sogar Baureife hat. Das Erfolgsrezept war die Kommunikation. Die Schifffahrtsverwaltung ist auf die Bürger zugegangen. Die Behörden haben mit den Anwohnern nach Lösungen gesucht und nicht stur nach Baurecht entschieden.

Es hätte auch anders gehen können. Der Nord-Ostsee-Kanal ist im Besitz der Bundesschifffahrtsverwaltung, die damit über die Uferbereiche und viele angrenzende Grundstücke bestimmt. Dennoch wurde frühzeitig ein Weg des Ausgleichs gewählt, bei dem die Interessen der Anwohner und des Naturschutzes unter einen Hut gebracht wurden. In Gemeindevertretungen, Anhörungen und auf Außenterminen haben die Planer mit Anwohnern und Umweltverbänden diskutiert. Änderungen wurden gemeinsam erarbeitet. Bürger konnten sich einbringen. Diese Form der Bürgerbeteiligung scheint da deutlich sinnvoller als anonyme Bürgerentscheide an einer Wahlurne.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Bund investiert 100 Millionen Euro
Foto: Die Schleuseninsel in Brunsbüttel ist zur größten Wasserbaustelle Deutschlands geworden. Dort wird bei laufendem Schiffsbetrieb bis 2021 eine fünfte Schleusenkammer gebaut. Inzwischen sind bereits fast 1,5 Millionen Kubikmeter Erdreich ausgehoben worden.

Jahrelang wurde gefordert, geprüft und geplant. Nun sind die Bagger da. Der Nord-Ostsee-Kanal gleicht mehr und mehr einer großen Baustelle. In Brunsbüttel, Rendsburg, Flemhude und Kiel wird bereits gebaut, weitere Arbeiten folgen. 2015 wird erstmals die Rekordsumme von 100 Millionen Euro in den Kanal investiert.

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