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Frank Behling zum Rüstungsauftrag aus Singapur

Kommentar Frank Behling zum Rüstungsauftrag aus Singapur

Lange haben Kiels Werften versucht, in einem Mix aus zivilen und militärischen Produkten die Zukunft des Schiffbaustandortes zu sichern. Doch die Träume vom Geschäft im Bereich der alternativen Antriebsformen oder von Aufträgen für Offshore-Plattformen erfüllten sich nicht.

Kiel. Seit 2011 gab es keinen zivilen Auftrag mehr für eine Kieler Werft. Die Nachfrage nach Kriegsgerät dagegen steigt, seitdem selbst Osteuropa zum Krisengebiet wurde und religiöse Fanatiker ganze Regionen der Welt mit Krieg und Terror überziehen.

Ganz vorn dabei sind Staaten, die von Menschenrechtsorganisationen angeprangert werden. Ganz bitter: Ausgerechnet Singapur, das der Kieler Werft ein Mega-Projekt beschert, ist so ein Fall. Singapur ist das Land mit den meisten Todesstrafen im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Singapur ist das Land, das seit der Gründung 1959 von einer Partei regiert wird. Singapur ist aber auch ein verlässlicher Partner in der Region. Deshalb gab es in Berlin auch keine Einwände gegen den Verkauf von U-Booten. Kiel profitiert davon. Das ist eine Tatsache.

Gibt es noch eine Hoffnung auf zivile Schiffe aus Kiel? Derzeit wohl nicht. Durch die gewinnunabhängige Tonnagesteuer verzichtete die Bundesregierung allein in den letzten zehn Jahren auf fünf Milliarden Euro. Das ist gut für die Reeder, aber schlecht für die Werften, weil sie von dieser Förderung nichts haben. Ihre einzige Perspektive liegt derzeit im Bau und in der Entwicklung von hoch technisierten Militärgeräten.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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