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Frank Behling zum Seehafen Kiel

Kommentar Frank Behling zum Seehafen Kiel

Der Kieler Hafen schwimmt auf einer Erfolgswelle. Seit Jahren steigen die Umschlagszahlen in der Landeshauptstadt. 2010 verlagerte die Stena Line ihre Frachtlinie von Lübeck nach Kiel. Und im nächsten Jahr kehrt nun auch der Papierumschlag der schwedischen Konzerne SCA und Holmen von Lübeck nach Kiel zurück.

Was hat Kiel, das Lübeck nicht hat? Schnell machte gestern die Gewerkschaft die Förderpolitik des Landes für diese Abwanderung verantwortlich. Ja, der Hafen Kiel wird im Rahmen der von der EU eng gesetzten Grenzen vom Land gefördert. Die Kieler Hafengesellschaft nutzt dabei jedoch lediglich Spielräume, die zulässig sind. Diese Anschuldigung der Gewerkschaft ist also haltlos, zumal gerade auch ein anderer Papier-Lieferant von Lübeck nach Rostock abwandert. Und Rostock wird nun wirklich nicht aus Kiel gefördert.

Der wahre Grund für die Abwanderung der Reedereien liegt woanders: Der Lübecker Hafen hat in den vergangenen Jahren durch Streiks, Boykotts und Investitionsverzögerungen Schlagzeilen gemacht. Die Entscheidung der Lübecker Bürgerschaft, Anteile des einst profitablen Hafens an einen renditehungrigen Investor zu verkaufen, war ein Fehler. Gleichzeitig verändert sich der Transportmarkt für Papier rasant. Durch die zunehmende Verlagerung der Warenströme zu den starken Häfen an der Nordseeküste ist Kiel am Nord-Ostsee-Kanal für viele Reeder in einer geografisch besseren Ausgangsposition als Lübeck.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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