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Frank Behling zum Unfall der Schwebefähre

Kommentar Frank Behling zum Unfall der Schwebefähre

Mit der Frage, was alles hätte passieren können, wenn die Rendsburger Schwebefähre inmitten des Pendler- und Schülerverkehrs verunglückt wäre, mag sich keiner auseinandersetzen. Die Frage, wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte, muss dagegen dringend beantwortet werden.

Die Untersuchung wird einige Wochen dauern. Die ersten Zeugenaussagen sowie ein Video lassen aber klar erkennen, dass die Fähre technisch funktionierte. Sollte, und danach sieht es im Moment aus, ein Fehler des Fährführers die Ursache sein, müssen die Vorgaben für die Schiffsbesetzung auf den Prüfstand.

Die Schwebefähre wurde von 1913 bis 2004 von zwei Besatzungsmitgliedern unfallfrei gefahren. Doch der zweite Mann fiel dem Spardruck und dem Vertrauen in automatisierte Techniklösungen zum Opfer. Ob das tatasächlich ohne Auswirkung auf die Sicherheitsstandards blieb, darf jetzt zumindest angezweifelt werden. In vielen anderen Bereichen der Berufsschifffahrt hat sich trotz moderner Technik das Vier-Augen-Prinzip wieder durchgesetzt. Auch alle großen Fähr- und Kreuzfahrtschiffe könnten prinzipiell von nur einem Menschen gefahren werden. Die privaten Reeder haben erkannt, dass dieser Weg zwar Kosten senkt, aber das Risiko gewaltig erhöht. Vor diesem Hintergrund sollte auch das Vorhaben, weitere Kanalfähren auf den Einmann-Betrieb umzustellen, überdacht werden. Bevor es wirklich zu einer Katastrophe kommt.

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