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Frank Behling zur Auslastung der Werften

Kommentar Frank Behling zur Auslastung der Werften

Es waren zwei Pressekonferenzen zum Thema Schiffbau, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten. In Hamburg und im koreanischen Geoje hatten gestern Gewerkschaftsführer unabhängig voneinander eingeladen.

In Korea war der Aufruf zum Widerstand gegen den Abbau von 20000 Arbeitsplätzen die Nachricht. Die deutschen Gewerkschafter hingegen hatten Positives zu vermelden: In Deutschland herrscht maritime Aufbruchstimmung.

Denn die Fokussierung auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen, Megajachten und Kriegsschiffen hat nach acht Jahren Schifffahrtskrise den Optimismus zurückgebracht. Die Arbeitsplätze auf den fünf großen deutschen Werften sind über Jahre gesichert. Es gibt sogar Neueinstellungen. Ungewollte Schützenhilfe für die deutschen Werften kam von der Reederei Aida. Denn deren Auftragsvergabe nach Japan läutete eben nicht die befürchtete Abwanderung nach Asien ein. Vielmehr verloren die Japaner bei dem Aida-Projekt Milliarden, und Aida musste zweimal die Jungfernreise absagen. Schlagartig schwenkten nach diesem Desaster alle Reedereien um.

Asiatische Abenteuer sind nicht mehr angesagt. Werften in Deutschland, Finnland, Frankreich und Italien haben dafür jetzt ein Luxusproblem: Die Reedereien stehen fast schon Schlange. Nun gilt es, den Vorteil zu sichern. Besonders die Finanzierungsbedingungen müssen verbessert werden. Wenn das gelingt, muss in Deutschland kein Werftarbeiter mehr um seinen Arbeitsplatz fürchten.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Rekordkurs
Foto: Voll ausgelastet: In den Docks bei TKMS in Kiel herrscht derzeit reger Betrieb.

Mit einem Auftragsbestand von mehr als 20 Milliarden Euro sind die deutschen Schiffbauer auf Rekordkurs: Neubau-Bestellungen bei den Werften TKMS (Kiel) und Meyer (Papenburg) reichen bis ins Jahr 2022 hinein.

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