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Frank Behling zur russischen Kirov-Gruppe

Kommentar Frank Behling zur russischen Kirov-Gruppe

Vor einer Woche war die Freude groß. Eine schwedische Reederei hatte den Umzug von Lübeck nach Kiel angekündigt. Kiel habe klare Standortvorteile, hieß es. Die russische Kirov-Gruppe sah das ähnlich.

Kiel bot für das Unternehmen das, womit eine Hafenstadt wuchern kann: Hallen, Kaianlagen mit Eisenbahnanschluss und Fachkräfte. All das kann Rostock aber auch bieten. Während in Schleswig-Holstein noch die Glaubwürdigkeit des russischen Groß-Konzerns geprüft und hinterfragt wurde, zog man in Mecklenburg-Vorpommern den Fisch rasant an Land.

Das Entsetzen in Kiel ist verständlich. Hätte diese Ansiedlungs-Pleite verhindert werden können? Gegenseitige Schuldzuweisungen deuten darauf hin, dass schon am Verhandlungstisch in Kiel ein frostiges Klima geherrscht haben muss. Das Misstrauen gegenüber dem russischen Investor war wohl zu groß. Es ist zudem ein offenes Geheimnis, dass in Mecklenburg-Vorpommern die Wirtschaftsförderung einen ganz anderen Umgang mit russischen Investoren pflegt.

Wenn aus dem Fall eine positive Erfahrung gezogen werden kann, dann diese: Flächen und Immobilien am Wasser sind für die Wirtschaft lebenswichtig. Kiel hat hier weiterhin Potenzial, das genutzt werden muss. Das ehemalige MFG5-Gelände oder die Wik bieten Platz für weitere Entwicklungen. Hier muss Kiel schnellstens seine Hausaufgaben machen. Dann klappt es auch, wenn der nächste Investor kommt.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kirov-Gruppe
Foto: Georgij Semenenko, Chef der russischen Kirov-Gruppe, steht auf der Baustelle des Werks für Großwälzlager im Fischereihafen von Rostock. Seine Firma hat weltweit 7000 Mitarbeiter.

Die russische Kirov-Gruppe scheiterte mit Ansiedlungsplänen in Friedrichsort und baut nun in Rostock.

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