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Gerd Müller zum Niersbach-Rücktritt

Kommentar Gerd Müller zum Niersbach-Rücktritt

Es zeugt von Größe, im passenden Moment die Zeichen der Zeit zu erkennen und mit einem schmerzlichen Rücktritt Verantwortung zu übernehmen. Dies hat Wolfgang Niersbach gestern als DFB-Präsident getan, und das verdient Anerkennung.

Vor knapp drei Wochen schrieb der ehemalige Sportjournalist einem Freund, es seien verdammt harte Zeiten, in denen an der medialen Front Nehmerqualitäten gefragt seien, die ihn an die absolute Grenze gehen ließen. Doch wer hat in Wirklichkeit die entscheidende Grenzüberschreitung begangen?

Womöglich lautet die Frage nicht, für was Niersbach nun die politische Verantwortung übernimmt, sondern für wen. Der 64-Jährige, der 1990 als Pressechef des DFB erstmals hautnah mit Franz Beckenbauer zusammenarbeitete und später als Vizepräsident Stellvertreter des „Kaisers“ im WM-Organisationskomitee 2006 war, könnte der Lichtgestalt des deutschen Fußballs einen letzten Dienst erwiesen haben. Im Grunde ist es nicht akzeptabel, dass Beckenbauer in der größten Krise des DFB zum Schattenmann wird. Wenn überhaupt jemand Licht ins Dunkel der WM-Vergabe 2006 bringen kann, dann der Mann, der als Spieler und Trainer Weltmeister war. Doch Beckenbauer residiert in Salzburg und schweigt.

Einiges spricht dafür, dass der Falsche Verantwortung übernommen hat. Oder glaubt jemand wirklich, Niersbach hätte die Fäden gesponnen, um das Sommermärchen nach Deutschland zu holen?

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Gerhard Müller
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WM-Affäre
Foto: Wolfgang Niersbach ist als DFB-Präsident zurückgetreten.

Wolfgang Niersbach ist im Zuge der WM-Affäre als DFB-Präsident zurückgetreten. „Ich habe für mich erkannt, dass der Zeitpunkt gekommen ist, die politische Verantwortung zu übernehmen“, sagte Niersbach am Montag nach einer Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes.

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