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Gerhard Müller zu Olympia bei Eurosport

Kommentar Gerhard Müller zu Olympia bei Eurosport

Stell’ Dir vor, es ist Olympia, und keiner kann es sehen! Keine Sorge, diese für Sport-Fans apokalyptische Vorstellung wird nicht Realität werden. Auch nicht durch die nun besiegelte TV-Partnerschaft für Europa des Internationalen Olympischen Komitees mit dem US-Konzern Discovery. Gelten wird dieser Spruch womöglich aber für ARD und ZDF. In punkto Olympia sitzt von 2018 bis 2024 Eurosport in der ersten Reihe.

Die beiden deutschen Platzhirsche haben diese Entscheidung zunächst einmal kühl zur Kenntnis genommen. Was bleibt ihnen auch übrig, so funktioniert nun mal das Geschäft. Discovery hat dem IOC am meisten geboten für die Exklusivrechte, auch im Internet. ARD und ZDF können von Discovery allenfalls eine Sublizenz erwerben, wenn sie denn wollen.

Den Untergang des Abendlandes bedeutet das alles nicht. Discovery garantiert eine umfangreiche Berichterstattung im Free-TV. Wer Schwimmer oder Skilangläufer verfolgen will, kann dies weiterhin stundenlang auf der Couch tun. Für das IOC bedeutet der Deal, vom Finanziellen abgesehen, einen entscheidenden Vorteil: Discovery und Eurosport haben sich verpflichtet, einen Olympia-Kanal für Europa aufzubauen. Davon träumt IOC-Chef Thomas Bach schon lange. Von diesem Angebot werden vor allem jene Sportarten profitieren, denen ARD und ZDF die kalte Schulter zeigen.

Sollte 2024 vor Kiel gesegelt werden, müsste es folglich mehr Live-Bilder denn je im TV oder im Internet geben. Keine so schlechte Aussicht.

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Gerhard Müller
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