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Gerhard Müller zum Pokal-Aus des HSV

Kommentar Gerhard Müller zum Pokal-Aus des HSV

Es gibt keine Gesetzmäßigkeit, dass im Sport, speziell im professionell ausgeübten Fußball, Gerechtigkeit eine gewichtige Rolle spielt. Ausnahme ist der Pokal, manchmal zumindest. Jener Wettbewerb, der angeblich seine eigenen Gesetze hat.

Am Sonntag hat sich der Hamburger SV aus der ersten Hauptrunde verabschiedet. In Jena mit 2:3, bei einem Mitglied der Regionalliga Nordost. Gelebtes David-gegen-Goliath-Prinzip, das es so nur im Pokal geben kann. Das Erstaunliche an dieser 120 Minuten währenden Demontage des Bundesliga-„Dinos“ ist nicht die Niederlage an sich. Der HSV hat sich schließlich nicht zum ersten Mal im Pokal blamiert. Eppingen 1974, Geislingen 1984, Osnabrück 2009 – die Cup-Historie der Rautenträger ist nicht gerade arm an Ausrutschern.

Verwunderlich ist vielmehr, dass diesem Verein, dessen Anspruchsdenken aus dem vergangenen Jahrhundert stammt, endlich Gerechtigkeit widerfahren ist. 2014 gegen Fürth und besonders am Ende der vergangenen Saison gegen Karlsruhe hatten die Hamburger Fußball in ein Glücksspiel umfunktioniert. Auch gestern schien ihnen in Jena nach einer krassen Fehlentscheidung, die ihr 1:1 bedeutete, sowie dem Last-Minute-2:2 dieses Glück hold zu bleiben. Doch nach der Verlängerung feierte der David. Was das mit dem viel beschworenen Pokal-Gesetz zu tun hat? Nichts. Gewonnen hat ganz einfach die bessere Mannschaft. Und die war der HSV wieder einmal nicht. So einfach ist das.

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Gerhard Müller
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