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Gerhard Müller zur Vereinstreue

Kommentar Gerhard Müller zur Vereinstreue

Bindungsbereitschaft, Ausdauer und Treue sind nicht nur im privaten Bereich wichtige Werte. Menschen sehnen sich zwar nach einer harmonischen Partnerschaft, nur scheint es immer mehr Beteiligten schwerzufallen, darin zu investieren. So ähnlich ist das auch bei Sportlern und Vereinen.

Die Zeiten sind vorbei, in denen Kinder im Turnverein angemeldet wurden und diesem die Treue hielten bis zum Koronar-Sport. Die Heute-hier-morgen-dort-Mentalität macht auch um die Klubs keinen Bogen.

Es ist ein gesellschaftliches Phänomen: Der Bürger zappt sich durch Fernsehprogramme, schlingt Fast Food hinunter, surft im Internet, immer auf der Suche nach neuen Reizen. Zeit? Ein Faktor, der kaum noch zählt, zumindest im Sinne von Muße. Sportvereine registrieren die zunehmende Unstetigkeit natürlich ebenfalls, sie sind ja Teil der Gesellschaft. Vereinstreue scheint sich zu einem Auslaufmodell zu entwickeln. Besonders Großvereine haben die Zeichen der Zeit erkannt. Mit Kurz- und Schnuppermitgliedschaften oder immer neuen Angeboten versuchen sie, die Attraktivität zu erhöhen. Das ist einerseits sinnvoll, birgt andererseits aber zwei Gefahren: Kleinere Vereine verfügen nicht über die Kapazitäten, um mithalten zu können, und außerdem bleibt der Teamgeist beim Sport-Zapping auf der Strecke. Wem als Ich-AG heute Hatha-Yoga nicht mehr zusagt, probiert es morgen halt mit Full-Body-Workout. So einfach ist das und zugleich so bedauerlich.

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