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Heike Stüben zu Jugendliche und Alkohol

Kommentar Heike Stüben zu Jugendliche und Alkohol

Alkohol ist die Droge Nummer eins in Deutschland – weit verbreitet, immer erreichbar, gesellschaftlich akzeptiert, staatlich durch niedrige Steuern gefördert. Da darf es nicht wundern, dass es uns die Jugend gleichtut und meint, dass zu Entspannung und Beisammensein irgendwie auch Alkohol gehört.

Als die Landesstelle für Suchtgefahren 4000 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren befragte, gaben 17 Prozent der Mädchen und 15 Prozent der Jungen an: Wir hatten im letzten Monat einen Vollrausch. Im Schnitt trinken die Schleswig-Holsteiner als 13-Jährige ihren ersten Alkohol – mehr als zwei Jahre, bevor es das Jugendschutzgesetz erlaubt. Dabei gibt es Gegenmittel: Dank gezielter Prävention trinken immer mehr Jugendliche immer weniger. Auch das Komasaufen geht zurück, aber sehr langsam: 2014 landeten noch 225 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus.

Alkoholwerbung fördert den Missbrauch sicherlich – genauso wie das Trinken in Kino- und Fernsehfilmen. Verursacht wird der Griff zum Alkohol dadurch aber nicht allein nicht. Ein Verbot kann deshalb nur ein Baustein sein. Wirksamer wäre eine Preiserhöhung durch höhere Steuern. Beim Zigarettenkonsum hat es gewirkt. Es ist doch ein gesundheitspolitischer Irrsinn, dass in vielen Kneipen und Restaurants alkoholfreie Getränke immer noch teurer als Bier sind. Und dass im Supermarkt Bier weniger kostet als Milch.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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