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Heike Stüben zu den Pflegebedürftigen

Kommentar Heike Stüben zu den Pflegebedürftigen

Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst nicht so schnell wie die Zahl der Schleswig-Holsteiner jenseits der 70. Das hört sich erfreulich an. Doch Vorsicht! Daraus abzuleiten, dass unser Pflegerisiko tatsächlich in kurzer Zeit deutlich gesunken ist, ist, zurückhaltend ausgedrückt, mutig.

Wer sich im Land umhört, stellt fest: Viele Menschen sind durchaus pflegebedürftig, bekommen aber (noch) keine Leistungen aus der Pflegeversicherung und tauchen deshalb in der Pflegestatistik nicht auf.

Unstrittig ist hingegen, dass uns die Pflege in Zukunft noch viel mehr beschäftigen wird. Langsam kommen die geburtenstarken Jahrgänge in die Jahre. Viele in der Generation sind alleinstehend oder die Angehörigen leben weiter entfernt. Wenn der Körper nicht mehr will, lässt sich vieles durch einen ambulanten Pflegedienst ausgleichen. Bei einer Demenz aber muss irgendwann eine permanente Betreuung her. Immer mehr Menschen engagieren dafür eine Betreuungskraft aus dem Ausland. Die legale Variante können sich aber nur wenige leisten. Eine Lösung für alle Betroffenen? Fehlanzeige!

So bleibt oft nur ein Heimplatz. Das aber bedeutet: Wir brauchen künftig mehr Fachpersonal. Das jedoch wird es nicht geben, solange vor allem Teilzeitjobs angeboten werden, junge Leute die Ausbildung noch selbst bezahlen müssen und in der Altenpflege bis zu 30 Prozent weniger als in der Krankenpflege verdienen.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Erster landesweiter Pflegebericht
Foto: Die Karte zeigt die Anzahl der Pflegebedürftigen* in Schleswig-Holstein (*Leistungsempfänger - Pflegestufe I-III - einschließlich Empfänger ohne Pflegestufe mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz).

Immer mehr Schleswig-Holsteiner arbeiten in der Altenpflege. 2013 waren es fast 40000 Menschen – 31 Prozent mehr als 2001. Das geht aus dem ersten umfassenden Pflegebericht der Landesregierung hervor, den Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) am Dienstag dem Kabinett vorlegt. Offiziell pflegebedürftig sind 87800 Schleswig-Holsteiner.

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