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Heike Stüben zum Bohrschlamm

Kommentar Heike Stüben zum Bohrschlamm

Bürger fordern Auskunft über die Folgen von legalen und offiziell genehmigten Eingriffen in die Umwelt. Das dürfte doch eigentlich kein Problem sein. Denkt man. Denn zumindest die Basisunterlagen, die die schlichte Frage „Was war wann und wo?“ klären, müssen irgendwo vorhanden sein. Doch weit gefehlt.

 Einige Kreise sehen sich außerstande darzulegen, welche Bohrschlammgruben sie bereits untersucht haben. Bürgerinitiativen werden mit Verweis auf gigantische Kosten abgeschreckt. Der Aufwand sei enorm hoch, heißt es. Sicher richtig. Doch muss man bei der zuständigen Behörde in Hannover nicht ohnehin all die Informationen zusammenstellen, weil die Landesregierung in Kiel dem Bohrschlamm-Problem auf den Grund gehen will? Und was ist mit dem Informationszugangsgesetz? Danach hat jeder Bürger „Anspruch auf die Bereitstellung von Informationen“ und das gilt insbesondere für Umweltinformationen zu Themen wie Luft, Wasser, Boden.

 Die Forderung nach Offenlegung ist deshalb nicht nur berechtigt und nachvollziehbar. Sie dient auch der Bearbeitung eines Problems und letztendlich der Gefahrenabwehr. Denn wenn die Aussage des Ministeriums richtig ist, dass zu vielen möglichen Bohrschlammgruben Informationen fehlen: Was liegt dann näher, als gerade die älteren Bürger um Angaben, Erinnerungen, Hinweise zu bitten? Dieses Wissen liegt seit Jahrzehnten brach und ist bald möglicherweise nicht mehr vorhanden.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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