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Heike Stüben zum Krippenausbau

Kommentar Heike Stüben zum Krippenausbau

Eltern und Gemeinden ächzen zunehmend unter den Kosten für die Kinderbetreuung. Die wurden verursacht von einer Bundespolitik, die zwar gesellschaftlichen Bedürfnissen folgte, deren Konsequenzen aber verkannt oder zumindest vernachlässigt worden sind.

Der Rechtsanspruch auf eine Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr war kein Geschenk. Er war die einzige Möglichkeit, in nur kurzer Zeit viele Plätze für Kinder zu schaffen, die bis dahin in der Regel zu Hause betreut wurden. Die lange Familienphase war immer weniger gefragt: Die Wirtschaft forderte, dass die gut ausgebildeten Frauen auf dem Arbeitsmarkt abrufbar sind. Viele Frauen selbst wollten den Anschluss nicht verlieren, aber auch nicht auf Kinder verzichten. Vor allem aber müssen sie nach massiven Kürzungen an den Witwenrenten und dem Abschmelzen der Rentenhöhe insgesamt für ihr Auskommen im Alter sorgen. Und weil Männer zwar ein paar Monate, aber in der Regel nicht länger Elternzeit nehmen (können), blieb nur der massive Krippenausbau.

 Jetzt folgt das böse Erwachen, weil der Bund zwar massiv in den Kita-Ausbau investierte, die Betriebskosten aber auf die Länder verschob – die sie wiederum auf die Gemeinden abwälzten, die nun die Eltern zunehmend zur Kasse bitten. Keiner Seite muss man dabei bösen Willen attestieren – die Kosten, so scheint es, wurden ausgeblendet in dem Gesamtprojekt. Das rächt sich nun. Eine nachhaltige Lösung? Ist – mit oder ohne Kita-Gutschein für die Eltern – nicht in Sicht.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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500 Euro pro Krippenkind
Foto: Frank Petersen und Tina Natus mit dem einjährigen Sohn Tjark, der die Kita in Neuwittenbek besucht.

504 Euro muss eine Familie in Neuwittenbek für die Ganztagsbetreuung in der Krippe zahlen, ab September sind sogar 561 Euro im Monat geplant – zu viel für die Familie. Die Landesregierung will Eltern von Krippenkindern ab 2017 um 100 Euro entlasten. Falsch, sagt die CDU.

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