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Heike Stüben zum Personalmangel

Kommentar Heike Stüben zum Personalmangel

Am 12. Mai war vor dem Kieler Bahnhof der ganze Frust und auch die große Müdigkeit von Pflegekräften zu spüren: Wer sich auf der Demonstration umhörte, bekam einen erschütternden Eindruck von der Arbeitsbelastung in diesem Beruf.

Dass sich immer mehr von ihnen krank melden müssen, ganz aus dem Beruf verabschieden oder gar nicht erst die Anfangszeit überstehen, dass deshalb Betten leer bleiben und Patienten unnötig warten müssen – das ist bitter. Aber die Misere fällt nicht vom Himmel. Sie war absehzusehen, und das ist es, was die Beschäftigten, die noch übrig sind, und die Patienten zu Recht so wütend macht.

Was ist schief gelaufen? Nach der Einführung der Fallpauschalen wurden bundesweit Klinikstationen geschlossen, 50000 Pflegekräfte entlassen. Die Behandlung von kranken Menschen sollte wirtschaftlich und effizient sein, am besten soll noch eine ansehnliche Rendite einbringen. Niemand käme auf die Idee, eine Rendite oder zumindest eine schwarze Null von Schulen zu verlangen. Bei Krankenhäusern, einem Grundpfeiler der Daseinsvorsorge, wird das akzeptiert – und dabei vergessen, was das im Alltag auf den Stationen bedeutet, wie es die Motivation aushöhlt und am Ende den Ruf eines Berufes ruiniert. Dabei könnte der Beruf bei anderen Rahmenbedingungen boomen: Denn er kann äußerst befriedigend sein, wird immer benötigt und kann nie ins Ausland verlagert werden. Gewissheiten, die viele Berufe künftig nicht mehr bieten.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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