2 ° / -4 ° Nebel

Navigation:
Heike Stüben zum Shisha-Konsum von Jugendlichen

Kommentar Heike Stüben zum Shisha-Konsum von Jugendlichen

Exotisch. Gemütlich. Eine schöne Urlaubserinnerung. Ein gutes Gemeinschaftserlebnis. Oder einfach lecker. Das geben junge Leute an, wenn man sie fragt, warum sie Wasserpfeife rauchen. Und oft fügen sie hinzu: Ist ja nicht gefährlich. Dass diese Fehleinschätzung unter jungen Leuten verbreitet ist, ist schlimm genug. Aber dass auch viele Erwachsene diesem Irrglauben aufsitzen, macht dann doch perplex.

Sicher spielt Unwissenheit eine Rolle dabei. In der eigenen Jugend waren Wasserpfeifen noch nicht in, und in eine Shisha-Lounge verirrt man sich als Vater oder Mutter normalerweise auch nicht. Da übernimmt man die falsche, aber beruhigende Vorstellung doch gern, dass durch das Wasser etwaige Schadstoffe kräftig reduziert werden. Manche reden sogar von „herausfiltern“. Dabei hat eine Shihsa eines sicher nicht: einen Filter.

Die Werbung fördert solche Fehleinschätzungen noch. Da wird zum Beispiel auf der Tabakpackung versprochen: Enthält null Prozent Teer. Stimmt. Teer entsteht ja erst beim Verbrennen oder Verschwelen des Tabaks. Und beim Shisha-Rauchen entsteht viel davon. Die Raucherlunge lässt grüßen.

Es hilft also alles nichts: Wer nicht will, dass der Nachwuchs regelmäßig zur Shisha greift, der muss sich informieren. Ein Verbot allein hilft bekanntlich wenig bei legalen wie illegalen Drogen. Und: Eltern müssen sich gleichzeitig auch darauf verlassen können, dass Shisha-Cafés Wasserpfeifen nicht an Unter-18-Jährige abgeben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie Frau
Marion N.-Neurode

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Warnung vor Shisha-Rauchen
Foto: Jugendliche unterschätzen die Wirkung von Wasserpfeifen.

Shisha-Rauchen ist auf dem Vormarsch: 29 Prozent der 12-bis 17-Jährigen haben bereits einmal eine Wasserpfeife geraucht. Das Gesundheitsrisiko indes wird massiv unterschätzt, warnt das Robert Koch-Institut. Suchtberater in Schleswig-Holstein bestätigen die Aussagen.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr