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Heike Stüben zum Tag der Bundeswehr

Kommentar Heike Stüben zum Tag der Bundeswehr

Die Bundeswehr ist im Umbruch. Immer noch oder schon wieder. Die Attraktivitätsstrategie für mehr Personal greift zwar. Aber erstens gilt das nicht überall. Siehe Marine. Und zweitens sorgt die EU-Arbeitsschutzrichtlinie, die ab 2016 gilt, für neue Unruhe.

41 Stunden soll dann der normale Dienst - Einsätze ausgenommen - pro Woche dauern. Maximal dürfen es 48 Stunden sein. Doch wer zweimal Wachdienst schiebt, hat die 48 Stunden schon voll. Und in der Regel kommt heute der Wachdienst zum Normaldienst dazu. Das bedeutet: Die Dienste müssen komplett neu organisiert werden. Die Schiffe und Boote werden künftig wohl fernüberwacht werden. Eher unwahrscheinlich, dass das ohne Outsourcing an zivile Unternehmen geht. Denn die neue EU-Richtlinie soll ja ohne zusätzliches Personal bei der Bundeswehr umgesetzt werden.

Eigentlich müssten die Soldaten Hurra schreien. Denn ihr Wochendienst wird ja kürzer. Weniger Überstunden, und wenn, dann nur mit Freizeitausgleich. Macht mehr Zeit für Familie, Freunde, Hobbys.

Doch nicht alle Soldaten sehen das so. Denn wer etwa nicht mehr auf dem Schiff übernachten darf (wäre ja Arbeitszeit), muss ein WG-Zimmer oder eine Wohnung mieten. Wenn gleichzeitig das Extrageld für die Wachen entfällt, macht das etliche Hunderter weniger im Monat. Verständlich, dass darüber gemeckert wird. Dennoch ist die Richtlinie ein Fortschritt: für die Gesundheit, für die Partner und für die Kinder.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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