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Heike Stüben zur Petition gegen die Bundesjugendspiele

Kommentar Heike Stüben zur Petition gegen die Bundesjugendspiele

Bundesjugendspiele. Ein Wort und schon brechen alte Wunden auf. Ja, die Bundesjugendspiele haben in vielen Fällen Narben hinterlassen – verursacht von Lehrern, die die Bezeichnung Pädagoge nicht verdient haben. Von Mitschülern, die ungehindert Mitschüler mobben konnten. Von merkwürdigen Riten wie der öffentlichen Verlesung aller Ergebnisse.

So wurde das Gegenteil von dem erreicht, was Unterricht gut macht: Junge Menschen für Sport zu begeistern, damit sie ihn zu einem festen Bestandteil ihres Alltags machen.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Schule, Lehrerbildung und auch der Schülerwettkampf selbst, der 1951 ersonnen wurde und jahrzehntelang eine Pein für Sportmuffel war, haben sich verändert. Früher gab es nur den klassischen Wettkampf, heute sind auch Vielseitigkeitswettbewerb und Mehrkampf möglich. Das ist noch ausbaubar. Früher ging es nur um den Vergleich mit anderen Schülern. Heute wird auch geschaut: Wie hat sich der Einzelne verbessert, woran sollte er noch arbeiten? Wichtig in Zeiten von Inklusion!

Demütigungen und Diskriminierungen sind nie duldbar. Aber bevor man die Abschaffung der Bundesjugendspiele fordert, sollte man sich diese bitte einmal ansehen. Vor allem sollte man Kinder so bestärken und anerkennen, dass sie eine Teilnahmeurkunde nicht mehr aus der Bahn wirft. Das Problem des Sportunterrichts ist nicht dieser eine Wettkampftag im Jahr. Das Problem heißt immer noch: Zu wenig Unterrichtsstunden, zu wenige Sportpädagogen.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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