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Jan von Schmidt-Phiseldeck zu den Milchbauern

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zu den Milchbauern

Zum dritten Mal innerhalb von sechs Jahren treibt der aktuelle Milchpreis Landwirten im Norden den Angstschweiß auf die Stirn. Die Milch, für die sie gerade noch 27 Cent bekommen, steht für knapp 50 Cent in den Regalen der Discounter und Lebensmittelketten. Aldi und Co. jetzt aber die Schuld für die Misere zu geben, greift viel zu kurz.

In Zeiten einer erhöhten Weltmarktnachfrage haben viele Milchbauern voll auf Expansion gesetzt: Sie investierten in neue, moderne Stallanlagen, erhöhten die Zahl ihrer Tiere – und mussten sich oftmals kräftig verschulden. Ähnlich wie bei einem Häuslebauer, der sich in der Niedrigzinsphase sein Eigenheim finanziert, welches er sich eigentlich nicht leisten könnte, spüren die Milchbauern nun die dramatischen Folgen eines Überangebots aufgrund weggebrochener Absatzmärkte. Die Folge: Erneut müssen Landwirte aufgeben, andere bauen auf Liquiditätshilfen, um die aktuelle Krise halbwegs abwettern zu können.

Eine dauerhafte Lösung ist das aber nicht: Weil die Milch als Pulver am Weltmarkt gehandelt wird, steigt und schwankt das Produkt mit den allgemeinen Rohstoffpreisen – so wie bei Öl oder Getreide. Landwirte werden nur am Markt bestehen können, wenn sie neue Wege gehen – wie zum Beispiel die der Direktvermarktung oder durch Risikostreuung mit unterschiedlichen Produkten. Doch auch wir Verbraucher sind gefordert: Wer es sich leisten kann, sollte um Billig-Milchprodukte einen weiten Bogen machen.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
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Protest der Landwirte
Foto: Alle Probleme der Bauern auf einer Wand aus Kartons: Landwirte hören entspannt bei einer Kundgebung in Hohenwestedt den Rednern zu, die sich zur Absatzkrise ihrer Produkte äußern.

Für Milchbauer Jan Marten aus Hardebek (Kreis Segeberg) ist die 30-minütige Fahrt nach Hohenwestedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde Ehrensache – obwohl jede Menge Arbeit im Stall und auf dem Acker auf ihn wartete. „So geht es einfach nicht weiter, das rechnet sich nicht mehr“, sagt der 45-Jährige.

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