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Jens Kiffmeier zur Einigung beim Bahnstreik

Kommentar Jens Kiffmeier zur Einigung beim Bahnstreik

War was? Monatelang quälte der größte Tarifstreit der Bahngeschichte die Reisenden. Dann plötzlich verschwand er aus der Öffentlichkeit.

Gestritten wurde fortan hinter verschlossenen Türen mit zwei Schlichtern. Nichts drang mehr nach außen. Trotzdem steht nun ein ansehnliches Tarifpaket. Und die von beiden Seiten offen zur Schau getragenen Eitelkeiten existieren nicht mehr – womit den Schlichtern Bodo Ramelow und Matthias Platzeck ohne Zweifel ein diplomatisches Kunststück gelungen ist. Schade nur, dass die Bahnkunden darauf fast ein Jahr warten mussten. Ein Kompromiss wäre sicherlich schneller drin gewesen.

Nun bekommen beide Tarifpartner das, was sie unbedingt wollten: Die Gewerkschaft setzte ein Lohnplus durch und darf für sämtliche Berufsgruppen verhandeln, also für Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen. Dafür gelten die gleichen Gehaltsgruppen wie im Tarifvertrag mit der größeren Eisenbahngewerkschaft EVG – was eine zentrale Forderung der Bahn war.

Natürlich dürfen Tarifpartner auf ihren Positionen beharren, ganz gleich, ob ein Betrieb oder gleich das ganze Land stillsteht. Das Streikrecht ist ein hohes Gut. Doch in diesem konkreten Fall hätten die Beteiligten damit sensibler umgehen können. Denn der jetzt gefundene Kompromiss zeigt: Es gibt keine Verlierer in diesem Duell. Und das wäre nicht anders gewesen, wenn die Beteiligten schon vor Monaten über ihren Schatten gesprungen wären.

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Jens Kiffmeier
Wirtschaftsredaktion

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