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Jörg Lühn zum syrischen Schwimmtrainer

Kommentar Jörg Lühn zum syrischen Schwimmtrainer

Es klingt so unglaublich wie die Fluchtgeschichte selbst. Der Schleswig-Holsteinische Schwimmverband spricht dem Schwimmtrainer Nizar Al-Makkawi Wissen und Können ab.

Der Syrer hatte vor seiner Flucht, auf der er buchstäblich um sein Leben geschwommen ist und anderer Menschen Leben gerettet hat, die höchste Trainer-Lizenz des Weltverbandes Fina erworben und sogar Schwimmer auf die Olympischen Spiele vorbereitet. Jetzt will der 40-Jährige den Nachwuchs des PSV Neumünster ausbilden. Er spricht besser Deutsch als mancher Trainer in der Fußball-Bundesliga, er korrigiert und motiviert seine neuen Schützlinge. Aber so ohne Weiteres geht das nicht. Ihm fehlt die in Deutschland anerkannte Lizenz. Er kann zum Beispiel nicht schriftlich belegen, dass er die Wettkampf-Periodisierung perfekt beherrscht.

Typisch deutsch!

Denken wir nur kurz an die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zurück. Waren es nicht deutsche Trainer, die für das schlechteste Abschneiden des deutschen Schwimmteams in der Olympia-Geschichte gesorgt hatten? 37 Athleten brachten nur eine Medaille nach Hause.

Al-Makkawi nützt das nichts. In dem dreigliedrigen Trainerlizenz-Modell muss er bei der C-Lizenz beginnen und bereits vorhandene fachliche Qualifikationen neu erwerben. „Alle Ausbildungsgänge im DSV orientieren sich in erster Linie an den Bedürfnissen und Anforderungen der Praxis“, heißt es in den Rahmenrichtlinien der Qualifizierung. Dieser Grundsatz ist hier deutlich verfehlt.

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Schwimmtrainer aus Syrien
Foto: Nizar Al-Makkawi (re.) beim Coaching von Linus Weder in der Traglufthalle des Bads am Stadtwald in Neumünster. Im Hintergrund PSV-Abteilungsleiter Manfred Bruhn, der sich über die Unterstützung freut.

Nizar Al-Makkawi zeigt auf sein Herz. In dieses Herz hat er Neumünster geschlossen. Die schleswig-holsteinische Stadt ist die neue Heimat des inzwischen 40-Jährigen. Bis 2019 ist ihm Asyl gewährt.

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