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Jörn Genoux zu Habecks Plänen

Kommentar Jörn Genoux zu Habecks Plänen

Wachse oder weiche. So lautet die Maxime in der Landwirtschaft. Viele Hofbesitzer in Schleswig-Holstein haben diese Strategie mitgemacht – sie haben in den Ausbau ihrer Stallanlagen investiert, weil sie eben nicht weichen wollen. Weil Landwirtschaft ihre Lebensgrundlage ist – und, wenn eben möglich, auch die ihrer Kinder sein soll.

Und weil nicht wenige diesen Beruf mit Leidenschaft ausüben. Doch unterm Strich machen gar nicht einmal so wenige Bauern Verluste und leben von der Substanz und der Selbstausbeutung. Denn der Preisdruck hält an.

Es ist daher fraglos der richtige Ansatz, wenn Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zu einem grundlegenden Umdenken anregen will. In der Landwirtschaft selbst, vor allem aber auch in der europäischen Politik. Landwirte sollten sich für ein „erweitertes Berufsbild“ öffnen, so sein Appell. Das ist so ganz neu nicht. Denn viele Bauern suchen genau danach: nach neuen Perspektiven für ihre Höfe. Und trotz des Strebens nach Spezialisierung und Größe haben sich erfolgreiche Betriebsinhaber längst ein zweites und oft auch ein drittes Standbein aufgebaut. Wenn es jetzt neue Einnahmequellen für Landwirte geben soll, dann wird Schleswig-Holstein alleine kaum etwas bewegen können. Das Land muss sich in Berlin und in Brüssel Verbündete suchen – vor allem aber nicht über die Köpfe der Bauern hinweg entscheiden.

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Landwirtschaft
Foto: Robert Habeck fordert ein Umdenken bei den Landwirten.

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck hat die Bauern aufgefordert, sich für ein erweitertes Berufsbild zu öffnen. Der Grüne Politiker begründet das mit den Weltmarktmechanismen, die zum Preisverfall für Agrarprodukte wie Milch und zu weiterem Höfesterben führten.

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