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Jörn Genoux zu ThyssenKrupp

Kommentar Jörn Genoux zu ThyssenKrupp

ThyssenKrupp hat unter der Führung des ehemaligen Siemens-Managers Heinrich Hiesinger die Wende geschafft. Die Aktionären müssen sich um den Konzern keine Existenzsorgen mehr machen. Aber so richtig durchatmen und freuen können sie sich auch nicht.

Denn über dem Unternehmen ziehen schon wieder neue dunkle Wolken auf. Chinesische Konzerne überschwemmen Europa mit billigem Stahl, weil in ihrem Land die Wachstumsraten deutlich zurückgehen. Und die unsichere Entwicklung der Weltwirtschaft trübt auch die Perspektiven für die Technologiesparten des Konzerns. ThyssenKrupp ist daher noch nicht über den Berg.

 Und damit steht auch der Kurs Hiesingers wieder zur Diskussion, wie sich am Freitag auf der Hauptversammlung zeigte. Der Vorstandschef will den Konzern mit seinen zum Teil ganz unterschiedlichen Stärken erhalten – und sieht gerade darin eine Stärke. Einige Großaktionäre wollen Kassen machen durch den Verkauf einer oder mehrerer Bereiche, solange diese noch gut laufen. Doch so ganz scheinen sie von dieser Idee auch nicht überzeugt zu sein. Denn beim Aktionärstreffen in Bochum blieb der Aufstand gegen Hiesinger aus. Ein paar kritische und einige wenige ängstliche Bemerkungen – das war alles. Und das ist wohl auch damit zu erklären, dass die Forderung nach einem Teilverkauf schnell in den Raum geworfen werden kann, dass dahinter aber nicht wirklich eine Strategie für den Industriekonzern steckt.

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ThyssenKrupp
Foto: U-Boote aus Kiel sind weltweit gefragt.

Der ThyssenKrupp-Konzern hat die Krise gerade erst überwunden, da wachsen die Sorgen wieder: Stahlgeschäft massiv eingebrochen, Aktie stark unter Druck. Auf der Hauptversammlung war daher eine mögliche Zerschlagung ein Thema. Eine Trennung von der Werft in Kiel jedoch scheint nicht infrage zu kommen.

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