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Jörn Genoux zum Machtkampf bei VW

Kommentar Jörn Genoux zum Machtkampf bei VW

Wer Ferdinand Piëchs Karriere ein wenig verfolgt hat, der weiß, dass der Top-Manager hartnäckig seinen Weg verfolgt und nicht schnell klein beigibt. Es wäre daher verfrüht, ihn als den Verlierer im Machtkampf bei VW zu bezeichnen. Schließlich ist Piëch nicht irgendein Aufsichtsratschef, dessen Zeit abgelaufen ist. Er ist auch ein bedeutender Anteilseigner. Also lässt sich heute noch nicht abschließend urteilen in dem Fall. Aber ein vorläufiges Fazit ist möglich.

Wie ist die Lage bei VW nach diesen spannenden Tagen? Besser ganz gewiss nicht. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch steht vielleicht nicht als Verlierer da, aber geschwächt ist seine Position allemal. Konzernchef Martin Winterkorn hat diese erste Runde gut überstanden. Doch die Attacke des Patriarchen Piëch hat auch ihn beschädigt.

Und so stehen an der Spitze des größten europäischen Autoherstellers zwei Männer, die angeschlagen sind. Das sind keine guten Voraussetzungen für die nächsten Jahre. VW muss die Probleme bei der Kernmarke – geringer Gewinn, schwaches US-Geschäft – lösen, ein anspruchsvolles Effizienzprogramm umsetzen und endlich aus den drei Lkw-Einheiten MAN, Scania und VW Nutzfahrzeuge eine schlagkräftige Einheit formen.

Experten zweifeln auch daran, dass die Wolfsburger schon auf die Herausforderungen durch den Wandel in der automobilen Welt (Elektromobilität, Digitalisierung) vorbereitet sind. Eines ist daher ganz sicher: Es war keine gute Idee von Ferdinand Piëch, über den „Spiegel“ eine Führungskrise auszulösen.

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