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Jörn Genoux zur Mindestlohn-Studie des IfW

Kommentar Jörn Genoux zur Mindestlohn-Studie des IfW

Das ist natürlich kein „Gutachten für Arbeitgeber“, was der Kieler Ökonom Dominik Groll vorgelegt hat. Und Groll propagiert auch keineswegs „Lohndumping“, wie der Chef des DGB Nord, Uwe Polkaehn, weiter unterstellt. Die Reaktion des Gewerkschafters auf die Untersuchung zeigt, wie öffentliche Diskussionen manchmal schon im Ansatz schieflaufen können.

Was Dominik Groll macht, ist eine Analyse von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Und er kommt dabei zu dem Schluss, dass sich die „Hinweise auf Jobverluste durch den Mindestlohn erhärten“. Zwar würden viele Minijobs in reguläre umgewandelt. Aber der Mindestlohn kann laut Groll eben auch zu Entlassungen und zu weniger angebotenen Stellen geführt haben oder noch führen. Diese vorläufigen Erkenntnisse sollten in eine offene Diskussion mit einfließen – beziehungsweise man sollte sie weiter untersuchen. Das gilt ebenfalls für die von Polkaehn angeführten Beispiele: Denn der Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtigen Jobs in klassischen Minijob-Bereichen und deutliche Lohnzuwächse im Niedriglohnsektor sind ebenfalls nicht zu leugnen.

 Wer aber die Folgen des Mindestlohns insgesamt bewerten will, der muss Grolls Studie genauso im Blick haben wie Polkaehns Feststellungen. Und wenn am Ende rauskommt, dass der Mindestlohn möglicherweise die Dynamik am Arbeitsmarkt etwas gebremst hat, dann ist das vielleicht der Preis, den die Gesellschaft für besser bezahlte Jobs zahlen muss.

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Foto: Das Institut für Weltwirtschaft erkennt nicht sehr rosige Konsequenzen durch den Mindestlohn.

Mit großer Verärgerung hat der DGB Nord am Donnerstag auf eine Studie des Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) zum Mindestlohn reagiert. IfW-Experte Dominik Groll kommt zu dem Schluss, der Mindestlohn führe zu „Beschäftigungsverlusten“. Der DGB Nord spricht von einem „Gutachten für die Arbeitgeber“.

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