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Jörn Genoux zur Ramsch-Ware Öl

Kommentar Jörn Genoux zur Ramsch-Ware Öl

Wie tief kann der Preis für Öl noch fallen? Das wissen wohl selbst Experten derzeit nicht. Im Sommer, als die Preise zu purzeln begannen, hieß es noch von vielen Fachleuten, der Preis für WTI (ebenso wie das Nordsee-Öl Brent eine Standardsorte, die als internationaler Maßstab gilt) werde ganz sicher nicht unter die Marke von 35 Dollar je Barrel (159 Liter) fallen.

Und zum Jahresbeginn 2016 sei wieder mit 60 Dollar zu rechnen. Nun, wir sind davon meilenweit entfernt. WTI kostet weniger als 30 Dollar. Und es gibt Experten, die halten sogar einen Preis von zehn oder 20 Dollar wieder für möglich. Aber was in der Ölfrage von solchen Prognosen zu halten ist, das haben die vergangenen sechs Monate gezeigt.

Als Autofahrer oder Besitzer einer Ölheizung wünscht man sich in Zeiten wie diesen einen großen Tank, um vorzusorgen für die Zukunft. Als wachsamer Bewohner dieser Erde aber wachsen derzeit eher die Sorgen. Denn da wird ein wertvoller Rohstoff, eine endliche Ressource, gnadenlos verramscht. Billiges Benzin führt zu mehr Verbrauch und hemmt notwendige Innovationen im Energiesektor. Zur Erinnerung: Es ist erst wenige Wochen her, dass sich die Nationen auf der Klimakonferenz in Paris auf einen historischen Vertrag zum Klimaschutz geeinigt haben. Es ist ein schwacher Trost, dass eines sicher ist: Irgendwann wird der Preis für Öl wieder steigen. Denn mit jedem Tag wird der vielseitige Rohstoff, der zum Verbrennen viel zu schade ist, knapper.

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