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Jörn Genoux zur Schlichtung bei der Bahn

Kommentar Jörn Genoux zur Schlichtung bei der Bahn

Die Streiks der Lokführer sind beendet – vorerst. Wenige Tage vor Pfingsten ist das für viele Urlauber und Geschäftsreisende eine gute Nachricht. Nun kommt es auf die Schlichter an. Drei bis vier Wochen Zeit haben Bodo Ramelow (Linke) und Matthias Platzeck (SPD) jetzt, angesichts der komplexen Gemengelage ein eher kurzer Zeitraum.

Es wird nicht ganz einfach sein, mit den beiden tief zerstrittenen Parteien in konstruktive Gespräche einzusteigen. Kein gutes Vorzeichen, dass sich Ramelow mit Kritik an der Verhandlungsführung der Bahn so weit aus dem Fenster lehnte. Ein solch „unprofessionelles Verhalten“ habe er noch nicht erlebt, so der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär. Da offenbarte Schlichter-Kollege Platzeck doch sehr viel mehr Professionalität und Weisheit: „Schlichten und Schweigen sind ein gutes Pärchen.“

Es lässt sich daher kaum vorhersagen, wie groß die Aussichten auf Erfolg sind. Schon die ganz normalen Sachthemen – Lohnforderungen, Verkürzung der Arbeitszeit und Abbau von Überstunden – haben es in sich. Und dann bleibt am Ende noch die Grundsatzfrage, ob es zwei unterschiedliche Tarifverträge im Bahnkonzern geben darf. Beide Seiten werden in dieser Frage nur wenig kompromissbereit sein. Da werden Erinnerungen geweckt an den Tarifkonflikt 2007. Auch damals ging es im Wettbewerb der beiden Gewerkschaften GDL und Transnet (heute EVG) um ganz ähnliche Fragestellungen. Die beiden Schlichter Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf scheiterten und es kam zu neuen Streiks.

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