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Jürgen Küppers zu den sinkenden Schülerzahlen

Kommentar Jürgen Küppers zu den sinkenden Schülerzahlen

Der doppelte Abiturjahrgang bringt die meisten Gymnasien im Land derzeit an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Das ist nicht schön, aber es hätte noch viel schlimmer kommen können.

Denn viele G8-Schüler kamen erst gar nicht bis in die Oberstufen, sie scheiterten auf ihrem (Turbo-)Weg Richtung Abitur wesentlich öfter als ihre G9-Kollegen, denen ein Jahr länger bis zur Allgemeinen Hochschulreife zugestanden wurde. Wohl nicht zuletzt deshalb kam es nicht zu einer echten Verdopplung der Abiturientenzahl. Eine Herausforderung ist der Doppeljahrgang in der Abi-Phase zwar trotzdem. Aber die Gymnasien scheinen sie einigermaßen zu meistern. Denn sie war schon Jahre zuvor absehbar, zudem ist die Ausnahmesituation kein Dauerzustand. Und die Schulen hatten Zeit, sich darauf einstellen.

Worauf sie sich dann nach den Sommerferien einzustellen haben, wird jetzt ebenfalls deutlich: Wenn Gymnasien auf einen Schlag 150 oder noch mehr Schüler entlassen und nicht dauerhaft einem Schrumpfungsprozess unterliegen wollen, werden sie noch stärker als zuvor um Schüler konkurrieren. Dann entscheiden Faktoren wie attraktive Profile, Zusatzangebote außerhalb des Unterrichts oder der „Ruf“ der Schule darüber, ob und wie es langfristig weitergeht. Dieser Zwang zum Handeln wäre auch eine Chance, Schulprofile zu schärfen. Und davon hätten alle etwas.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Sinkende Schülerzahlen
Foto: Ministerin Britta Ernst will keinen Lehrer gegen seinen Willen versetzen.

An den schleswig-holsteinischen Gymnasien droht das große Stühlerücken. Der Grund: Mit dem Abgang des doppelten Abiturjahrgangs wird die Zahl der Schüler schlagartig sinken. In den Kollegien wächst deshalb die Unruhe, weil mangels Schüler möglicherweise auch verbeamtete Lehrer die Schule wechseln müssen.

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