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Jürgen Küppers zum Kieler Bildungsbericht

Kommentar Jürgen Küppers zum Kieler Bildungsbericht

Treffender hätte es Kiels Bildungsdezernentin Renate Treutel nicht auf den Punkt bringen können: Die Stadt hat in Bezug auf die aktuelle Lage zur Betreuung und Beratung von Familien mit Kindern „die Hosen heruntergelassen“.

In der Tat enthält der jetzt vorgelegte Bildungsbericht mit der Auswertung einer Unmenge statistischer Daten inklusive Befragungsergebnissen von mehr als 500 Fachkräften oder Eltern viel Licht, aber auch so manchen Schatten. Gerade dieser ungeschönte Blick macht Hoffnung, dass es die Stadt jetzt wirklich ernst meint mit mehr Bildungsgerechtigkeit, die die Basis einer funktionierenden Integration von Familien mit Kindern bildet.

Gemeint sind hiermit nicht nur Familien mit dem Etikett „Migrationshintergrund“. Natürlich muss und wird die Stadt auch für Flüchtlingskinder neue Kitas bauen, Bildungs- und Betreuungsangebote bekannter machen und gezielter ausrichten auf Menschen mit wenig Deutschkenntnissen und/oder Geld. Solche Defizite nennt der Bericht bemerkenswert offen. Aber die Stadt gelobt in dem Bericht auch, Hilfestellung und Bildung insgesamt schärfer in den Blick zu nehmen. Denn entsprechende Angebote verteilen sich noch höchst ungleichmäßig auf Kiels Stadtteile. Das will sie ändern, profitieren würden davon alle. In zwei Jahren zeigt sich dann bei der angekündigten Fortschreibung des Berichtes, ob der Absicht auch Taten folgten. Insofern hat die Stadt jetzt ein Versprechen abgegeben. Allen Kieler Eltern.

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Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Bildungsbericht 2015
Foto: Gemeinsam mit Eltern und ihren Kindern stellten Autorin Annika Poppenborg (rechts) und Bildungsdezernentin Renate Treutel (2.v.re.) den Bildungsbericht zur Lage der Betreuungs- und Beratungssituation in Kiel vor. Im Hintergrund (v. li.) Marina Dimm mit Sohn Marc (2) und Karina Misyura mit Sohn Rafael (2).

Trotz eines breiten Beratungs- und Betreuungsangebots für Eltern und Kinder sieht die Stadt in wichtigen Bereichen noch großen Nachholbedarf. Dazu zählt laut dem jetzt vorgelegten Bildungsbericht 2015 vor allem die längst nicht ausreichende Bekanntheit der Angebote, ihre noch ungleichmäßige Verteilung im Stadtgebiet sowie der dringend gebotene Ausbau der Kita-Betreuung vor allem vor dem Hintergrund vieler in Kiel lebender Flüchtlingskinder.

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