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Jürgen Küppers zur Flüchtlingsproblematik in Gaarden

Kommentar Jürgen Küppers zur Flüchtlingsproblematik in Gaarden

Es gärt in Gaarden. Der ohnehin von sozialen Problemen reichlich strapazierte Stadtteil steuert auf eine brandgefährliche Belastungsprobe zu. 800 von 3800 in Kiel registrierten Flüchtlingen leben dort.

Kiel. Und es werden wohl noch mehr, weil Wohnungen hier noch vergleichsweise günstig sind. Folge: Schulen wie Kitas platzen aus allen Nähten. In Gaarden müsste im Prinzip sofort eine neue Schule gebaut werden. Und: Hier werden überproportional viele junge Flüchtlinge an die deutsche Sprache herangeführt – im Schnitt 50 Daz-Schüler (Deutsch als Zweitsprache) nimmt jede Schule in Gaarden derzeit auf. Tendenz steigend. In anderen Stadtteilen gibt es oft gar keine von ihnen.

Ähnlich problematisch ist die Entwicklung auch in Mettenhof. Auch hier kam es nach Angaben der Stadt an Schulen schon zu handgreiflichen Zwischenfällen mit Polizeieinsätzen. Noch mögen das Einzelfälle sein. Noch mag niemand laut von drohenden Ghettobildungen sprechen. Noch leiden die Schulen eher leise. Noch gibt es keinen klaren Plan zur Entschärfung der Lage. Wenn die nicht aus dem Ruder laufen soll, müssen die leisen Töne lauter werden.

Denn die Schulen brauchen mehr Platz, mehr Lehrer, mehr interkulturelles Wissen. Die Bürger in Mettenhof und Gaarden brauchen die Gewissheit, dass sie mit Flüchtlingsproblemen nicht allein gelassen werden. Ja, Konzepte und Maßnahmen dazu werden Geld kosten. Nein, eine Alternative dazu gibt es nicht. Und viel Zeit zum Handeln ebenso wenig.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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