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Jürgen Küppers zur Kinderarmut in Kiel

Kommentar Jürgen Küppers zur Kinderarmut in Kiel

Als die Zahl 2005 erstmals richtig publik wurde, löste sie in der Stadt tiefe Bestürzung aus: Ein Drittel der unter 15-Jährigen war auf Sozialgeld angewiesen und galt damit als arm. Zehn Jahre später hat sich die dramatische Zahl kaum geändert, trotz des ebenso lange agierenden Netzwerkes gegen Kinderarmut, trotz aller Anstrengungen von Stadt und Land. Damit lastet ein nachtschwarzer Schatten auf der Landeshauptstadt.

Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt erhalten 15,5 Prozent der Jugendlichen Sozialgeld , in Schleswig-Holstein 14 Prozent. Laut EU gilt als arm, wer über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens verfügt. Für eine Alleinerziehende mit einem Kind bedeutet das 1210 Euro netto, mit zwei Kindern 1496, für ein Paar mit zwei Kindern 1964 Euro.

Natürlich kann selbst ein effektiv gespanntes Netzwerk keine Einkommen und damit Entwicklungschancen von Kindern steigern. Trotzdem sind die bei der Armutskonferenz vorgelegten Zahlen eine Enttäuschung. Bei der Kinderarmut scheint sich so gut wie nichts zum Besseren zu bewegen. Es fehlen auskömmlich bezahlte Jobs in der Stadt und damit Chancen, der Armutsfalle zu entkommen. Bleibt das so, kann noch so gute Beratung und Betreuung dieser Familien nur das Schlimmste verhindern helfen. Manchmal vielleicht auch das nicht.

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Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kieler Netzwerk
Foto: Laut Statistik ist Mettenhof sozial nach wie vor ein Problemstadtteil: Fast 57 Prozent der dort lebenden unter 15-Jährigen sind auf Sozialgeld angewiesen und gelten damit als arm.

Fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren in Kiel ist auf Sozialgeld angewiesen und gilt damit als arm. Vor zehn Jahren, als sich das Kieler Netzwerk gegen Kinderarmut gründete, war die Zahl genauso hoch. Jetzt suchten rund 120 Experten bei der 6. Kieler Armutskonferenz Ansätze, um die Folgen wirtschaftlicher Not in Familien auf Kinder zu mildern.

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