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Jürgen Küppers zur Kita-Finanzierung

Kommentar Jürgen Küppers zur Kita-Finanzierung

Ziehen Kommunen den Eltern durch Kita-Gebührenerhöhungen die 100 Euro Krippengeld des Landes wieder aus der Tasche? Natürlich ist dieser Generalverdacht weder beweisbar noch auf alle Kommunen gleichermaßen übertragbar.

Kiel. Aber auffällig ist es schon, dass seit Bekanntwerden der finanziellen Elternentlastung Anfang Mai eine Gemeinde nach der anderen an der Gebührenschraube dreht. Die Begründung ist immer gleich: Die Kosten steigen, daran müssten die Eltern eben entsprechend beteiligt werden. Ob das wirklich so ist, zwangsläufig so sein muss oder vermeidbar wäre, bleibt oft unklar. Denn selbst Fachleute durchschauen das komplizierte Geflecht der Kita-Finanzierung kaum noch, sollen es vielleicht auch gar nicht.

 Dass da etwas nicht stimmen kann, liegt auf der Hand. Wie sonst wäre die gewaltige Spanne zwischen 7000 und 18000 Euro pro Kind und Kita-Platz in Kommunen erklärbar. Hier Kostentransparenz zu schaffen, ist nicht nur effizienter, als Eltern 100 Euro zu schenken. Es würde auch den zutiefst unsozialen Missstand beseitigen helfen, dass die Höhe der Kita-Gebühr vom Wohnort abhängt. Mittelfristig wird aber ein wirklich konsequenter Schritt unvermeidbar sein: die für Eltern kostenfreie Betreuung ihrer Kinder. Denn Kitas sind inzwischen Bildungseinrichtungen, keine Aufbewahrungsstationen. Wer diesen Wandel ernst nimmt – und die Landesregierung scheint das zu tun –, kommt an der Beitragsfreiheit nicht vorbei.

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Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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