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Karen Schwenke zu den Shisha-Bars

Kommentar Karen Schwenke zu den Shisha-Bars

Die etablierte Meinung gegenüber weichen Drogen ist in Deutschland so eindeutig wie einfältig: Alkohol wird akzeptiert, Zigaretten werden geduldet, Cannabis wird abgelehnt. Bei den Wasserpfeifen hingegen ist das Meinungsbild diffuser.

Da gibt es das Unbehagen vor dem Unbekannten bei Leuten, die nicht wissen, wie eine Shisha genau funktioniert. Da ist aber auch das Exotische, das immer mehr Menschen fasziniert: die gesellige Zeremonie, der süßliche Geruch, der aromatisierte Tabak. Wasserpfeife wird seit Jahrhunderten im Orient geraucht, und sie klingt irgendwie harmlos. Kritiker hingegen monieren die höhere Konzentration toxischer Stoffe als bei Zigaretten, die stärkere Nikotinbelastung und das Suchtpotenzial. Ihre Argumente sind leicht zu entkräften, denn Wasserpfeifen werden nicht täglich geraucht.

Wer also prinzipiell gewillt ist, die Einstellung der Befürworter zu teilen, überdenkt seine Haltung erst, wenn er sich genauer mit der Shisha beschäftigt. Aus dem Dunst der Argumente taucht nämlich der Aspekt des Kohlenmonoxids auf – und die Frage: Wie bewerte ich die Droge, die nicht erst bei Missbrauch, sondern schon bei einmaligem, vermeintlich kontrolliertem Konsum zu schlimmen Vergiftungen führen kann? Nicht nur für den Raucher selbst ist das brandgefährlich, sondern auch für jeden, der neben ihm atmet. Angesichts dieses Risikos kann man nur abraten – vor jedem Gezündel mit Shisha-Kohle in geschlossenen Räumen und vor jedem Besuch einer Shisha-Bar ohne CO-Warnmelder.

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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Shisha-Bars in Kiel
Foto: Die Luft in Shisha-Bars enthält häufig giftiges Gas.

Das Rauchen von Wasserpfeifen wird immer beliebter, allein in Kiel gibt es mindestens 14 Shisha-Bars. Doch die Luft in diesen Läden ist gefährlich: In mehreren deutschen Städten erlitten Gäste bereits schwere Kohlenmonoxid-Vergiftungen. So ein Fall ereignete sich jetzt auch in Kiel.

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