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Karen Schwenke zur Flüchtlingsarbeit in Kiel

Kommentar Karen Schwenke zur Flüchtlingsarbeit in Kiel

Der Zustrom an Flüchtlingen bindet in den meisten Kommunen zurzeit alle Kräfte. Hunderte, Tausende aufzunehmen, ist gerade für die Stadt Kiel mit ihrem knappen Wohnraum und begrenzten Mitteln kaum zu schaffen. Trotz dieser Not leistet sich die Landeshauptstadt einen kleinen, bundesweit wohl einmaligen Luxus.

 In ihrer Gemeinschaftsunterkunft im Schusterkrug hat sie eine Betreuung für Jugendliche und eine für Kinder eingerichtet. Je fünf Räume wurden ausgestattet, vier Sozialpädagogen eingestellt. Die Frage ist erlaubt, ob die Mittel nicht für andere, dringendere Aufgaben gebraucht werden. Und ob die Räume nicht besser Flüchtlingsfamilien als Wohnraum dienen sollten?

Die kurzfristige Antwort lautet: ja. Die vorausschauende Antwort aber lautet: nein. Im Moment reagieren Verwaltung und Politiker nur auf täglich neue Fakten. Das Konzept für die Kinder- und Jugendeinrichtung hat die Verwaltung schon 2014 ausgearbeitet, die Ratsversammlung stimmte im Mai zu – beides zu einer Zeit, als die dramatische Entwicklung so nicht vorherzusehen war. Zeit und Geld für konzeptionelle Arbeit fehlen heute. Die größte Herausforderung der Flüchtlingskrise, die Integration, kann aber nur so gelöst werden. Wer früh anfängt, nämlich im Kindes- und Jugendalter, wird erfolgreicher sein, vor allem in Bezug auf die Sprache, dem größten Integrationshindernis. Im Schusterkrug sind schon nach drei Wochen erste Erfolge sichtbar. Und diese rasche Integration wird sich für die Stadt auszahlen.

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