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Klaus Kramer zu Medien und Medienkritikern nach dem Absturz

Kommentar Klaus Kramer zu Medien und Medienkritikern nach dem Absturz

Elf Tage nach dem Absturz der Germanwings-Maschine gibt es keinen Zweifel mehr. Der Copilot führte ihn absichtlich herbei; er tötete sich und 149 andere Menschen. Diese Zeitung äußerte den Verdacht unter Berufung auf den ermittelnden Staatsanwalt drei Tage später.

Sie nannte den Massenmörder einen weiteren Tag später mit vollem Namen. Andere Medien taten es ihr gleich, unter ihnen die „Süddeutsche“, „Der Spiegel“, „faz.net“ und die Nachrichtenagentur dpa. Gewiss sind die Redakteure dieser Medien deshalb keine „Gossenjournalisten“ oder „sensationssüchtigen Gaffer“. Sie sind es ebenso wenig wie meine Kollegen der KN und der SZ, denen diese Vorwürfe gemacht wurden – vereinzelt nur, aber deshalb nicht weniger schmerzhaft. Sicherlich versuchen manche (Boulevard-) Medien, mit reißerischen Schlagzeilen Auflage zu machen. Abonnement-Zeitungen diesen Vorwurf zu machen, ist absurd.

Mit den Medien ändern sich anscheinend auch die Medienkritiker. Im Netz wird unter dem Schutz der Anonymität verleumdet und gegeifert. Diese Maßlosigkeit und pauschale Verurteilung macht inzwischen auch vor seriösen Zeitungsredakteuren nicht halt. Was folgt für sie daraus? Wenn sie ihren Beruf ernst nehmen, lassen sie sich nicht einschüchtern. Es ist ihre Aufgabe, wahrheitsgemäß zu informieren. Es ist nicht ihre Aufgabe, den Lesern wichtige Informationen vorzuenthalten. Es ist aber auch ihre Aufgabe, Maß zu halten. Beide Seiten, Medien und Medienkritiker, sind gut beraten, verbal abzurüsten.

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Ein Artikel von
Klaus Kramer
Chefredakteur / Ressortleiter Nachrichten

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