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Konrad Bockemühl zu Spoorendonks Appell

Kommentar Konrad Bockemühl zu Spoorendonks Appell

Endlich ist der Weg des Landestheaters in die Zukunft bereitet und gutachterlich befestigt, und schon liegen neue Steine quer: Während Problemgesellschafter Schleswig gerade zur Besinnung kam, meinten Kommunalpolitiker an der Westküste, die Sinnfrage stellen zu müssen.

Nicht in Städten wie Husum oder Heide, in denen das Landestheater spielt, sondern in den Kreisen, die, geplagt durch die FAG-Novelle, Kulturpolitik nun finanz- und tatsächlich parteipolitisch aushebeln. Und damit – sind sie sich eigentlich dessen bewusst? – an Grundfesten des Landestheaters rütteln: Getragen durch die Solidargemeinschaft der Kommunen im nördlichen Landesteil soll es ein breitgefächertes Kulturangebot in der Fläche bieten.

Das Hin und Her an der Schlei hat lange für verständliche Verunsicherung gesorgt, doch das klare Signal dabeizubleiben, schafft Sicherheit fürs Ganze. Scheiden die beiden Westküsten-Kreise 2019 dennoch aus, würde das Landestheater finanziell womöglich überleben können. Schließlich wurde ja schon für Schleswig ein Worst-Case-Szenario berechnet. Doch hier geht es nicht in allererster Linie ums Geld (Nordfriesland und Dithmarschen zahlen als Gesellschafter jährlich 180000 Euro). Es geht um die Legitimation des Landestheaters als kulturelle Instanz, die hoch effektiv und auch noch äußerst kreativ funktioniert. Es ist zu bewundern, dass die Theaterleute allen Enttäuschungen und Rückschlägen zum Trotz unbeirrt für eine vielfältige Zukunft kämpfen – und nun sogar noch für eine neue Kinder- und Jugendtheatersparte, die in ihrer Mobilität wiederum einmalig wäre.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Foto: Wie sieht der Zukunftskurs für das Landestheater aus?

Nachdem sich die Gesellschafter auf einen Zukunftskurs für das Landestheater geeinigt haben, hat Kulturministerin Anke Spoorendonk „eindringlich“ an die beiden Kreise Nordfriesland und Dithmarschen appelliert, nicht auszuscheren und sich zum Landestheater zu bekennen.

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