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Kristian Blasel zu Kiels Katholiken

Kommentar Kristian Blasel zu Kiels Katholiken

Es ist ein bitterer Einschnitt, zu dem sich die katholische Kirche in Kiel durchgerungen hat. Gläubige werden ihre gewohnten Gotteshäuser verlieren, das Gemeindeleben muss sich auf weniger Standorte konzentrieren. Die religiöse Heimat für viele Menschen wird sich verändern.

ber es ist ein Schritt, der konsequent ist – weil sich niemand der Realität verweigern kann. Eine Kirche, die in Deutschland unter einem dramatischen Priestermangel leidet, die immer weniger und vor allem kaum noch jüngere Menschen für die Gottesdienste begeistert und zudem mit sinkenden Steuereinnahmen rechnen muss, kann nicht an ihren alten Strukturen festhalten. Strukturen, die entstanden sind, als nach dem Krieg Zehntausende katholische Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen sind. Offensichtlich ist nun: Die Anziehungskraft der Kirche hat deutlich nachgelassen.

Ob damit auch die Bedeutung der Katholiken in und um Kiel sinkt, ist jedoch nicht ausgemacht. Die Attraktivität einer Religionsgemeinschaft – und das gilt gleichermaßen für die Protestanten im Norden – hängt nicht von der Zahl ihrer Gebäude und Gotteshäuser ab. Sondern davon, ob die Menschen, die sich zu dem Glauben bekennen, glaubwürdig und überzeugend sind. Erst wenn diese Zahl noch weiter schrumpft, haben die christliche Kirchen im Norden ein existenzielles Problem.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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