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Kristian Blasel zur Kieler Expertenkommission

Kommentar Kristian Blasel zur Kieler Expertenkommission

Immerhin. Diesmal haben Kiels Spitzenbehörden rasch reagiert. Der Plan, die Kommunikation zwischen Polizei, Stadt und Staatsanwaltschaft ganz schnell auszuweiten, klingt zwar banal – ist aber wohl die einzige Möglichkeit, um strukturell etwas zu verbessern.

Natürlich können Sexualstraftäter dadurch nicht gestoppt werden. Aber so eine vertraute Runde, wie sie nun ins Leben gerufen werden soll, erhöht zumindest die Chance, dass früher eingegriffen wird, wenn sich eine Gefahrensituation abzeichnet.

Genau daran hat es im Fall der beiden Mädchen in Gaarden offenbar gemangelt. Jede Behörde für sich mag vielleicht formal korrekt gehandelt haben. Doch die Informationen wurden nicht intensiv genug ausgetauscht. Vor allem aber wurden sie nicht gemeinsam bewertet. Ob man dies nun als Fehler bezeichnet oder als „Schwachstelle“, wie es am Mittwoch die Oberstaatsanwältin getan hat, mag Wortklauberei sein. Sicher ist: So, wie es lief, war es nicht optimal. Es gibt weiterhin Gründe für die Annahme, dass zumindest die zweite Tat hätte verhindert werden können.

Neben der Fürsorge für die beiden Mädchen, die wohl noch ihr ganzes Leben mit dem Erlittenen zu kämpfen haben werden, zählt jetzt dennoch der Blick nach vorn. Da kann man den Behörden nur wünschen, dass sie tatsächlich ab sofort so eng zusammenarbeiten, wie sie es planen. Für jedes Opfer, das es dadurch in Zukunft weniger geben könnte, wäre dies ein Segen.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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